Aus der Geschichte lernen

Vᴏɴ Gᴀʙʀɪᴇʟᴇ Iᴘsᴇɴ

Aus der Geschichte lernen – geht das überhaupt? Offensichtlich gibt es unterschiedliche Wege, die basierend auf den jeweiligen Erfahrungen und Lebenswelten zu unterschiedlichen Erkenntnissen führen – wie sollte es anders sein! Die einen haben „die Lehre aus der Geschichte“ gezogen, indem sie sich ganz dem „Kampf gegen den Faschismus“ verschrieben haben, die anderen, indem sie glauben, dass eine totale Integration in Europa, d.h. das Aufgehen der europäischen Nationalstaaten in einem politisch – und nicht nur wirtschaftlich – geeinten Europa dazu führen werde, dass es keine Differenzen und damit auch keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr geben werde.

Diejenigen, die die heutigen Gefahren ausschließlich bei den „populistischen Parteien“ sehen, die in fast allen europäischen Staaten an Zulauf gewinnen, haben nicht erkannt oder wollen nicht erkennen, dass die Entstehung bzw. Stärkung der „rechten Parteien“ eine Folge von Globalisierung und Islamisierung ist und überhaupt nichts mit dem Faschismus der zwanziger und dreißiger Jahre zu tun hat. Diese Blindheit gegenüber den heutigen Gefahren für die Demokratie in den europäischen Staaten hat ihren Ursprung in der Furcht, dass sich „die Geschichte“ wiederholen könnte. Das Problem ist nur, dass sich Geschichte eben nicht eins zu eins wiederholt, sondern ähnliche Strukturen „im neuen Gewande“ zu einem ähnlichen Ergebnis führen.

Die „Europäer“, die das Heil in einer zentralisierten EU sehen, sind auf ihre Art genauso blind. Mit dem schon fast totalitären Ziel vor Augen, das von de Gaulle so propagierte „Europa der Vaterländer“ quasi mit Gewalt und über die Köpfe der Völker hinweg abzuschaffen, um einem „Großreich“ Platz zu machen, kann eigentlich vor dem Hintergrund geschichtlicher Erfahrungen nur in der Katastrophe enden oder zumindest im Chaos. Großreiche, insbesondere wenn sie keine homogene Bevölkerung haben, neigen dazu auseinanderzubrechen.

Die EU hat ihren Zenit längst überschritten! Sie ist dazu verdammt, an ihrer Überdehnung zugrunde zu gehen. Wider alle Vernunft haben EU-trunkene Politiker eine Union geschaffen, indem sie sich an die von ihnen selbst gesetzten Regeln und Verträge nicht halten, indem sie nicht einmal mehr die Grenzen von Europa festlegen, indem sie nicht definieren, was Europa eigentlich ausmacht, welches seine Werte sind, die gegenüber einer Migration aus muslimischen Ländern unbedingt durchgesetzt werden müssen. Diese Union ist zu einem Ort der Beliebigkeit verkommen, in der alle Kulturen – und seien sie im Widerspruch zu den europäischen Traditionen und Werten – als gleichrangig bewertet werden.

Die „Eurokratie“ in Brüssel, von vielen schon jetzt als bürokratischer Moloch empfunden, wirkt mit ihrer zunehmenden Tendenz zum Zentralismus – der Einfluss Frankreichs ist hier stark spürbar – antidemokratisch. Nicht das Parlament hat die Macht, sondern wenige Kommissare, die keine echte Legitimation haben, weil sie nicht demokratisch gewählt wurden, sondern von den Regierungen der europäischen Länder ernannt wurden.

Wer Europa in seiner Vielfalt bewahren möchte, sollte sich für ein „Europa der Vaterländer“ aussprechen und ebenso gegen eine ungebremste Zuwanderung aus muslimischen Ländern, die längst nicht mehr integrierbar ist und in Europa die Situation schafft, vor der sie aus ihren Herkunftsländern geflohen sind.

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